|  | Streitschlichtung aus Sicht der Schule
Warum Schülerstreitschlichter in der GSE?
Wir verstehen die Schülerstreitschlichtung als einen Baustein der Gewaltprävention an unserer Schule. Die Schülerstreitschlichtung ist eingebettet in einen langfristig angelegten Innovationsprozess des Umgangs mit Konflikten an der GSE. Es gibt zum Beispiel Programme zum sozialen Lernen wie “Fit und stark fürs Leben“, oder “Lions Quest“ ,die schwerpunktmäßig in bestimmten Jahrgängen durchgeführt werden, sowie Projektwochen zum Thema Gewalt und Suchtprävention. Wir wollen einen weiteren Beitrag zum sozialen Klima der GSE liefern.
Warum die Peer-Mediation?
Unsere Schülerstreitschlichter werden nach der Methode“ Peer-Mediation“, ausgebildet. Wesentlich hierbei ist, dass das Konfliktgespräch in festgelegten Phasen abläuft. In diesem Ablauf werden die Kontrahenten in Ruhe und Vertraulichkeit jeweils ihren eigenen Standpunkt erzählen können, durch eine besondere Fragetechnik (und dem Wissen, dass Konflikte Ursachen haben, die nicht immer gleich offensichtlich sind) werden die Streitschlichter mit den Streitenden Hintergründe des Konfliktes erleuchten, um dann die Streitenden dahin zu führen, eigene Lösungen für ihre Konflikte zu finden. Die Lösung, die für beide Streitenden dann in Ordnung ist, wird im Protokoll festgehalten, von ihnen unterschrieben. Ein weiterer Termin zur Überprüfung oder einer folgenden Mediation wird ausgemacht.
Es handelt sich um eine Methode, mit Konflikten gewaltfrei und nachhaltig umzugehen. Die Streitschlichter erlangen eine soziale Kompetenz, die auch für ihr späteres Leben von Bedeutung sein wird. Sie lernen Verantwortung zu übernehmen und entwickeln sich in ihrer Persönlichkeit weiter. Die Streitenden lernen, dass Konflikte „normal“ sind und gewaltfrei durch gemeinsame Gespräche zu lösen sind. Sie erfahren, dass sie selbst Lösungen finden können und entwickeln dadurch eine soziale Kompetenz und Selbstsicherheit. Sie erfahren, dass Konflikte Ursachen haben, die oft ganz andere sind, als der Konflikt es scheinen lässt. Sie entwickeln dadurch eine größere Toleranz und Einfühlsamkeit.
Die Trainerinnen Unser Team besteht aus zwei Sozialpädagoginnen und zwei Lehrerinnen. Wir haben eine Ausbildung durchlaufen, die uns dazu befähigt SchülerInnen in der Peer Mediation auszubilden.
Die Ausbildung der Schülerstreitschlichter
Das jetzige Streitschlichterteam ist von uns gemeinsam ausgebildet worden. Vor der Ausbildung fand eine Auswahl (nach besonderen Kriterien) aus der Gruppe der interessierten Schüler statt. Die Ausbildung selbst umfasste zwei Termine: das erste Treffen ging vom 1.4- 2.4.05 und fand außerhalb der Schule in einer Jugendherberge statt. Der zweite Termin war die Aktionswoche vom15. –22.4.2005. Wir betreuen unsere Gruppe regelmäßig in Supervisionssitzungen nach dem Unterricht bzw. in letzten Stunden
Der Alltag - aus unserer Sicht
Unsere Streitschlichtergruppe ist sehr motiviert. Die SchülerInnen sind selbstbewusst und schon recht sicher bei der Durchführung von Streitschlichtungen. Sie besuchen regelmäßig ihre Partnerklassen im Tutorenunterricht. Täglich versehen 3 Schülerinnen in der ersten großen Pause ihren Dienst im Streitschlichterraum. Dieser Raum ist angenehm und freundlich hergerichtet, sodass sich Streitende wie Schlichtende wohl fühlen können. Er liegt im ersten Stock von Haus B. So ist er für die Streitparteien zentral gelegen und für die 5. und 6. Klassen schnell zu erreichen. Für die Zukunft planen wir weitere Werbemaßnahmen. Unser Projekt soll noch bekannter werden, damit mehr Schüler dieses Angebot nutzen können. Wir haben festgestellt, dass wir mit den Supervisionsterminen am Ende eines Schulalltages unsere Schüler sehr fordern. Sie sind dann schon vom langen Schultag belastet oder müssen Unterricht ausfallen lassen und den sie später selbst nachholen müssen.
Petra Freiwald-Kühl, Claudia Heuzeroth, Heike Niekerken, Katrin Roloff
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