Skilanglauf-Landesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ in Finsterau 2010
Erste Mannschaftsmedaille für GSE
Bronze für die Jungen, dazu sechs Einzelmedaillen für das bisher beste GSE-Team aller Zeiten
Das war das Wintermärchen, Teil 2: Zwei Wochen nach unserem herrlichen Vorbereitungswochenende im Harz übertrafen sich unsere Jungen- und Mädchenmannschaften bei unserer siebten Teilnahme am Hamburger Skilanglauf-Landesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ in Finsterau (Bayerischer Wald) selbst – in jeder Beziehung!
Sagenhafter „Mannschaftsgeist von Eppendorf“ Nicht nur, dass wir in herrlicher Schneelandschaft überraschend mit den Jungen erstmals eine Mannschaftsmedaille gewinnen konnten, obwohl im Vorfeld einige Leistungsträger des Vorjahres ersetzt und vier Neulinge eingebaut werden mussten; und dass sechs weitere Einzelmedaillen dazu kamen, darunter vier Hamburger Vizemeisterschaften, womit die GSE in der Medaillensammlung nur von zwei anderen Schulen übertroffen wurde, und zehn unserer 14 TeilnehmerInnen mit mindestens einem Medaillengewinn nach Hause kamen – nein, dieses Team war auch deshalb unser bisher bestes Team aller Zeiten, weil wir eine Woche lang bei hartem Training und Wettkämpfen unter den verschiedensten Wetterbedingungen ganz viel Spaß miteinander hatten, alle wunderbar miteinander umgegangen sind, sich ständig gegenseitig motivierten, aufbauten, halfen, aufeinander achteten und es überhaupt keinen Stress gab – und das Miteinander von „Groß“ und „Klein“ in der Spanne zwischen Neunt- und Fünftklässlern einfach wunderbar harmonierte. Während in manch anderer Mannschaft Stress herrschte, hat es bei uns lachende und strahlende Gesichter gegeben – dieser tolle „Mannschaftsgeist von Eppendorf“ hat die guten Leistungen erst möglich gemacht. Für all das wurde über unsere sympathischen und starken Schülerinnen und Schüler anerkennend und voller Respekt gesprochen. Unsere Mannschaft hat unsere Schule in jeder Beziehung phantastisch repräsentiert!
Thorbjörn packt den Turbo aus Einen Großteil der guten Stimmung machte das Wirken von Schüler-Assistent Thorbjörn Käppeler (12. Klasse) aus, der das Lehrergespann Kerrin Heinsohn/Peter Stielert nicht nur ergänzte, sondern die Skating-Gruppe selbstständig führte, alle immer wieder forderte und über die Hänge trieb, dabei stets immer wieder positiv einwirkte, aufbaute, Tipps gab, neu motivierte, Ehrgeiz entfachte – und auch außerhalb der Loipe eine wichtige Leitfigur war. Wieder führte er Yannick Ossey (9a) zum zweitschnellsten Läufer der gesamten Konkurrenz. Den kräftigen persönlichen Beifall seiner Mannschaft bei der abschließenden Siegerehrung hat er sich redlich verdient.
Langer Abend im Wachskeller Bei dieser Motivation gab sich das dreiköpfige Leitungsteam dann auch am Vorabend der Rennen bis Mitternacht alle Mühe, um die Skier möglichst gut zu wachsen und schnell zu machen. Wohl mit Erfolg, wie den erstaunten Kommentaren einiger Schüler beim Testen vor dem Lauf zu entnehmen war. Vor dem abschließenden Staffelrennen gelang das nicht ganz so gut, so dass einige sich mit zu glatten Skiern die Hänge hinauf quälen mussten – aber auch dabei nie aufgaben.
Sportliche Bilanz nochmals gesteigert Konnten wir schon im Vorjahr die beste sportliche Bilanz seit unserer ersten Teilnahme 2002 vermelden, so wurde dieses gute Ergebnis nochmals deutlich getoppt. Zum ersten Mal konnten wir mit den Jungen unter die ersten drei fahren und uns über die Bronzemedaillen freuen – und wenn alle Leistungsträger aus dem Vorjahr dabei gewesen wären, dann wäre auch der früher unvorstellbare Angriff auf Platz zwei und damit die Teilnahme am Bundesfinale möglich gewesen. Mit vier Neulingen aber war dieser Erfolg mehr, als wir vorher erträumen durften. Möglich war er, weil sich großer Ehrgeiz mit beflügelnder Mannschaftsstimmung vereinte. Keiner wollte sich eine Blöße geben, jeder wollte besser als die anderen sein, und so trieben sie sich alle zu schnellen Zeiten und vorderen Einzel-Platzierungen.
Die Mädchen errangen mit Platz sechs ebenfalls ein Ergebnis, das bisher noch nie besser war. Bemerkenswert auch deshalb, weil der Abstand zu den vorderen Plätzen noch nie so gering und der Vorsprung auf Platz sieben „eine Welt“ waren. Und während die Jungen-Mannschaft im nächsten Jahr völlig neu aufgebaut werden muss, da fünf der sieben aus Altersgründen nicht mehr startberechtigt sind, dürfen fast alle Mädchen aus dem Team in den nächsten Jahren noch weiter machen und bilden dien Kern der nächsten Mannschaften.
Sechs Einzelmedaillen – Yannick und Carlota Gesamt-Zweite Drei Einzelmedaillen gewannen die Jungen, ebenfalls drei die Mädchen. Schade, dass Yannick Ossey in seinem Abschlussjahr nicht mit dem Hamburger Meistertitel gekrönt wurde – alle hätten wir es ihm gegönnt. Sahen wir ihn nach dem furiosen Zieleinlauf nach 4,9 schweren Kilometern schon als Sieger, so musste er sich dann doch wie im Vorjahr Yannick Hosner (Geschwister-Scholl-Gesamtschule) knapp geschlagen geben. Er lag aber um eine Minute vor dem Dritten, wurde wieder Hamburger Vizemeister und fuhr als Schlussläufer im abschließenden 3x3,9-km-Staffelrennen Platz drei für unsere Jungen sicher nach Hause. Völlig überraschend kam dagegen der zweite Platz von Carlota Hansen, die als Anfängerin nach Finsterau kam und unter allen Mädchen im Klassik-Stil die zweitbeste Zeit fuhr! Leider hatte sie sich so sehr verausgabt, dass sie im Staffelrennen am nächsten Tag nicht eingesetzt werden konnte, was aber durch den Einsatz der anderen wieder gut gemacht wurde. India Kabus (6b) traute sich im Skating-Stil auf die schwere, stumpfe Strecke und belegte Platz zwei in der Jahrgangswertung 1998, ebenso wie überraschend Oskar Münchow (5a) als Anfänger Silber in der Klassik-Wertung gewann! Für unsere technisch starken, aber kleinen Skater war der stumpfe Schnee Gift, weshalb auch der dritte Platz von Haffiz Abdullahi (6b) im Jahrgang 1998 aller Ehren Wert ist. Schade, dass Merit Schreiber als eine weitere technisch gute, aber leichte Skaterin Bronze im Jahrgang 1997 als Vierte knapp verpasste. Zwei tolle Rennen im Einzel und als Schlussläuferin in der Staffel lief Alena Dahncke (6d), die mit Bronze für Platz drei in der Klassik-Wertung belohnt wurde.
Finsterau 2010 in Schlagworten
Das flößte Respekt ein: Wenn unsere Skating-Gruppe über die Loipen fegte, die Skating-Anfänger von Tag zu Tag Riesenfortschritte machten und sich unsere Könner dann auch noch einen Spaß daraus machten, direkt vor den Augen der Topfavoriten federleicht die steilsten Hänge hinauf zu sprinten, und das dann noch viermal wiederholten. Da hatten uns plötzlich viele auf der Rechnung. Gleichzeitig trainierten unsere „Klassiker“ flotte Kurventechniken – und wurden stundenlang aufmerksam von „Spähern“ der Konkurrenz beobachtet.
Das war beeindruckend: Wie leichtfüßig und schnell unsere gesamte Gruppe wie selbstverständlich auch bei längeren Touren heftige Anstiege hinauf fuhr, wo in den Vorjahren immer einige über den Kraftaufwand stöhnten und schlapp machten. Und wie immer dann, wenn die Lehrer „mal so eben“ jemanden aus unserer Gruppe überholen wollten, kräftige Gegenwehr kam und alle immer schneller wurden. Im Probe-Staffelrennen untereinander schließlich musste Lehrer Stielert im Kampf um den Sieg für seine Mannschaft schließlich alles aus sich herausholen, um den Vorsprung zu halten, und war minutenlang außer Atem.
Das war klasse: Vor zwei Jahren wollte Dominik Baumgarn (9e) nie wieder auf Langlauf-Skier steigen, weil er nicht zurecht kam und völlig frustriert war. Deshalb versuchte er es im Vorjahr gar nicht erst. In diesem Jahr hatte er altersmäßig seine letzte Chance, rückte bei den Qualifikationscrossläufen als Ersatz nach – und gehörte jetzt zu unseren Besten im Schnee. Bravo, Dominik! Auch Stephan Saloth (9e) packte sein Kämpferherz aus. Nachdem er große Probleme mit den langen Skiern hatte, stieg er auf kürzere um und wurde immer besser. Gemeinsam mit Johannes Pätzold (9b) steigerten sich unsere drei „Großen“ als Neulinge Stunde um Stunde auf Skiern, knieten sich mächtig rein und sorgten für die Grundlage des tollen Mannschaftsergebnisses, zu dem auch Björn Falkenhain in seinem vierten Jahr als insgesamt sechstschnellster Skater seinen Teil wie erhofft beitrug. Den Großen standen die anderen Anfänger (Oskar Münchow, Carlotta Struthoff und Karin Tries) kaum nach.
Das war gut: Wir entschieden uns gemeinsam mit vier anderen Schulen für eine Anreise mit dem Bus und hatten schon einen wunderbaren Skitag hinter uns, als die zweite Hälfte der Schulmannschaften per Bahn angereist ankam. Auch am Schlusstag konnten wir nachmittags noch auf einer schönen Tour nach Mauth bei kräftigem Schneefall das Wintermärchen genießen, während die Bahnfahrer zum Bahnhof transportiert wurden. Die Busfahrten selbst verliefen problemlos.
Das war herrlich: Rote Sonnenauf- und untergänge, Blicke bis zu den Alpen, mal blauer Himmel mit Sonnenschein, mal kräftige Schneefälle, meistens Windstille, mal kräftige Böen, meistens Temperaturen von minus fünf Grad, mal bei minus 13 Grad – uns wurde der Winter von verschiedenen Seiten gezeigt. Immer schneebedeckte Wälder und Landschaften. Zum nicht mehr wegzudenkenden Ritual ist die nachmittägliche Einkehr nach Trainingsschluss in das „Café Böhmerwald“ an der Loipe geworden, wo heiße Schokolade mit extra viel Sahne oder Johannisbeersaft auf uns wartete und der Tag reflektiert werden konnte.
Das war schön: Der sagenhafte Zusammenhalt dieser Mannschaft, der tolle Umgang von Groß und Klein miteinander, das aufmerksame, harmonische und rundherum sympathische Auftreten als GSE-Gruppe und das selbstverständliche Miteinander auch im Leitungstrio. Bei aller Anstrengung: Es hat rundherum einfach ganz viel Spaß gemacht!
Das war schade: Nachdem Carlota so ein großartiges Einzelrennen als Gesamt-Zweite gefahren war, konnte sie das Staffelrennen nicht mehr bestreiten, da sie sich völlig verausgabt hatte und Ruhe brauchte. Riesenpech hatte Jessica Graupner (5b), die drei Tage vor der Abreise erfuhr, dass sie in die Finsterau-Mannschaft als Ersatz für Helin Cantay (9d) nachrücken konnte – und sich dann am letzten Tag vorher den Arm so sehr verletzte, dass sie doch nicht mitfahren konnte. Für sie sprang dann Carlotta Struthoff (5a) ein. Zu spät entschieden wir den Umstieg aufs Skating für Karin Tries, weshalb sie mit zu wenig Techniktraining auf schwerem Geläuf unter Wert geschlagen wurde.
So geht es weiter: Fünf Jungen scheiden altersbedingt aus der Mannschaft aus, das Jungen-Team muss also völlig neu aufgebaut werden. Das ist die Chance besonders für alle sportbegeisterten Fünft- und Sechstklässler, in die Mannschaft zu kommen! Bei den Mädchen bleibt ein Kern dieser guten Mannschaft, zu der auch noch Jessica Graupner und Sophie Otto (5b) gehören, die das Harz-Wochenende bereits erfolgreich mitgemacht haben. Aber auch andere sollten die Chance nutzen, einzusteigen. Empfehlen kann sich jeder und jede mit guten Leistungen z.B. beim Zehntel-Marathon, im Waldlauf oder bei den 800- und 1000-m-Läufen bei den Bundesjugendspielen oder den Bezirksmeisterschaften. Nach den Sommerferien folgen bereits die ersten Qualifikations-Crossläufe der Hamburger Schulen für das Skilanglauf-Finale 2011.
Die Ergebnisse im einzelnen entnehmen Sie dem Bericht, der zum Herunterladen bereitsteht.
Download:Bericht JtfO Finsterau 2010.pdf
gez.: Peter Stielert, Fachleitung Sport, 31.01.2010
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